Gestern sagte die Wetter-App für mittags etwas Sonne voraus. Ich hab gewartet, aber der Hochnebel ging einfach nicht weg. Nicht mal die angekündigten Polarlichter konnten ihn überzeugen, mal wenigstens abends kurz Platz zu machen.
Heute nicht besser. Aber ich falle ja nicht zweimal auf den gleichen Trick rein! Ab etwa Haslach scheint laut Satellitenbild die Sonne. Bei null Grad mit der Forza so weit das Kinzigtal hoch fahren hab ich gar keine Lust. Aaaaber – ich hab ja jetzt eine Alternative:
Trommelwirbel………
BAHN FAHREN !!!
Tadaaaaaa! Konfetti!
Unter anderem dafür hab ich ja den Steereon gekauft. Heute ist der perfekte Tag, das zu testen. Die Bahn-App hab ich neulich schon installiert und eingerichtet. Ich buche mir ein Ticket, vorsichtshalber bis Wolfach.
Um 11:41h fährt die Bahn. Ich düse mit dem Steereon durch die Oststadt. Das wird jetzt doch etwas knapp! Ich hab getrödelt, bin aus der Übung. Am Bahnhof funktioniert der erste Aufzug. Check! Unten rüber zum Gleis 7, auch dieser Aufzug tut. Check! Oben am Gleis steige ich um 11:40h ein. Geschafft!
Der Zug ist kaum besetzt, trotzdem setze ich vorsichtshalber die Maske auf. Die Grippewelle rollt ja grade an. Und so zottle ich total entspannt das Tal hoch. Ab Steinach wird es hell, der Nebel reißt auf und die Sonne strahlt in ganzer Pracht auf Haslach herunter. Na dann steige ich hier schon aus!
Ich fahre gemütlich in die Stadt rein. Kopfsteinpflaster, Einbahnstraßen, Fußgängerzone, scheißegal. Als Quasi-Fahrradfahrer genieße ich die totale Freiheit!
Aus einem sentimentalen Reflex heraus rolle ich zu meiner alten Schule hoch. Oben am Hügel setze ich mich in die Sonne und esse einen Snack aus meinem Rucksack. Unten die vertrauten Gebäude, hinter mir Wiesen und Wald.
Dann kommt ein älterer Herr zu mir herüber, wir kommen ins Gespräch. Er ist eigentlich Rentner, aber er hilft an der Schule aus wo er kann. Ein Freund von ihm hat hier mal unterrichtet, ich erinnere mich an ihn. Wir hatten ihn mal ein Jahr in Kunst.
Dann fahre ich runter ins Städtchen, besorge mir ein Stück Quiche als Mittagessen. Ich setze mich damit an den Klosterbach. Herrlich!
Und nun? Es ist noch früh, die Sonne scheint, der Akku ist noch fast voll. Ich fahre aus Haslach heraus in Richtung Fischerbach. Dort drehe ich eine kleine Runde durch den Ort und setze mich in die Sonne zum Aufwärmen.
In der Rheinebene hängt deshalb so viel Nebel, weil der eisige Wind den aus den Tälern heraus bläst. Da kann ich mich anziehen, so viel ich will. Nach einer Viertelstunde muss ich in den Windschatten. Dann ist es wieder wunderbar.
Es ist grade mal ein Uhr, aber ich bin gefühlt schon einen ganzen Tag unterwegs. Und ich will es ja auch nicht übertreiben. Also zurück nach Haslach zum Bahnhof. Das wird die Königsdisziplin heute: Zum Gleis 2 gibt es keinen Aufzug, nur eine Treppe. Ich werde wohl tragen müssen.
Als ich dort bin sehe ich, dass man nach vierzig Jahren endlich rechts eine schmale Rampe angebracht hat. Darauf kann ich den Steereon mit etwas Gas schön hoch rollen lassen. Er zieht eher mich als dass ich ihn schieben muss. Super!
Dann kommt auch schon die Bahn. Ich steige ein und mache unterwegs noch ein paar Beweisfotos. Ab Steinach zieht es wieder zu und wird dunkel. Unglaublich, man wechselt auf wenigen Kilometern zwischen zwei Welten!
Um kurz nach zwei Uhr bin ich wieder zuhause. Es hat alles einwandfrei funktioniert. Ich kann kaum glauben, dass das so einfach war!















Hey Klaus, ich mach mir Hoffnungen, dass du eines Tages bei mir vor der Tür stehst mit deinem schicken Gefährt!
Ich arbeite dran. 🙂
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