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Schmetterlinge13

Wo sind die Schmetterlinge?

  • Natur

Als ich ein Kind war, stand direkt an der Straße neben unserem Haus ein Schmetterlingsbaum. Warum der so hieß, war offensichtlich: Er war bevölkert von Unmengen Schmetterlingen. Pfauenauge, kleiner Fuchs, Zitronenfalter, Kohlweißling, und das waren nur die großen, die mir aufgefallen sind und an die ich mich erinnere. Dann kaufte jemand das Grundstück, und kurz darauf war der Baum weg. Trotzdem flatterten noch viele dieser Tiere durch die Gegend.

In den letzten Wochen war ich immer wieder unterwegs, um Schmetterlinge zu suchen und zu fotografieren. Es war frustrierend! Ich suchte Waldränder auf, offene Wiesen, fuhr kreuz und quer durch die Nebenstraßen der Stadt mit dem Blick in die Gärten und auf die neu angelegten Bienenweiden. Ab und zu sah ich mal etwas umherflattern. Aber niemals so etwas wie den Schmetterlingsbaum damals. Oft gar nichts, und nie mehr als eine Handvoll Exemplare in der gesamten Umgebung.

Ich weiß, dieser Fokus auf die Schmetterlinge ist sehr egoistisch. Viele Insektenarten, die noch da sind, übersehe ich oder strafe ich mit Missachtung. Für das Ökosystem ist unerheblich, wie schön ein Tier für unsere menschlichen Augen aussieht. Aber an den Schmetterlingen fällt eben sehr deutlich auf, was wir da draußen schon alles verloren haben.

Früher hat der Tankwart bei jedem Tanken die vielen Insekten von den Scheiben geschrubbt. Dann kamen die SB-Tankstellen und Papa machte das selber. Heute braucht es so etwas nicht mehr.

Sind es die Monokulturen? Die falschen Pflanzen? Überdüngung? Zu häufiges Mähen? Die Pflanzenschutzmittel? Die Steingärten? Der Klimawandel? In den 70ern war auch nicht alles golden, was wir Menschen gemacht haben. Was ist heute noch so viel schlimmer?

2 Gedanken zu „Wo sind die Schmetterlinge?“

  1. Hallo Klaus,
    dein Eindruck trügt leider nicht, es werden immer weniger Insekten. Dieses Jahr war auch ein ganz besonders schlechtes Jahr für Schmetterlinge. Ich vermute, es liegt unter anderem auch an der großen Dürre. Viele Blüh- und Nektarpflanzen sind frühzeitig vertrocknet und es fehlte auch an Futterpflanzen für die Raupen. Wenn selbst die Brennnesseln nur noch dürre Pflanzenstängel sind, findet man immer weniger Raupen. Das ist mir besonders an der Sommergeneration der Landkärtchen aufgefallen. Auch flogen dieses Jahr nur wenige Distelfalter aus dem Süden ein. Vielleicht wird es nächstes Jahr wieder etwas besser.
    Umso mehr freuen wir uns über die hübschen Falterfotos, die du uns hier zeigst. Ganz besonders gut ist dir – finde ich – das Foto des Rostfarbigen Dickkopffalters (hier ein Männchen) gelungen.
    Liebe Grüße Karin

    1. Vielen Dank! Das lässt ja aber immerhin drauf hoffen, dass es nächstes Jahr wieder etwas besser wird, falls es etwas mehr regnen sollte. Die Klimawandel-Tendenz insgesamt ist eindeutig, aber Schwankungen gibt es ja trotzdem.

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