Zum Inhalt springen
Rammersweier4

Auf der Pirsch

  • Natur

Ich stelle mir extra den Wecker auf 5:30h, um das Morgenlicht mitzunehmen. Einen Tag nach Johanni halt ein undankbares Unterfangen. Aber es ist echt schön, draußen zu sein! Einige junge Stare flattern über einer Wiese umher, Amseln singen in den Bäumen. Irgendwo höre ich einen Pirol, einen Zilpzalp, aber sie sind für meine Kamera entweder viel zu weit weg oder im Laub ganz unsichtbar.

Dann plötzlich ein Rascheln links von mir. Ich schaue hin, und da trabt ein Reh vielleicht fünf Meter seelenruhig an mir vorbei. Ich stehe zwar mit dem Roller unter einem großen Baum, aber ich bin kein bisschen getarnt. Das Reh findet mich offensichtlich schlicht harmlos und langweilig. Ich reiße sofort die Kamera hoch und filme. Aber das klappt nicht richtig. Die Kamera steht grade auf ‚Servo Autofokus‘, und sie findet die Grashalme im Vordergrund viel wichtiger als ein Reh. Ich versuche, manuell auf das Reh zu fokussieren, aber die Kamera dreht immer wieder zurück. So ein Mist, ich ärgere mich furchtbar! Beim Filmen bin ich halt echt noch Anfänger. Trotzdem eine tolle Begegnung!

Danach kehrt wieder Ruhe ein, und so halte ich mich an das, was direkt vor meiner Nase passiert. Da sind diese hübschen blauen Blumen, und da finden sich sicher auch Insekten. Tatsächlich: Wildbienen, Schwebfliegen, Hummeln, sie alle nutzen das Buffet.

Zuhause interssiert mich doch, was das für eine Blume war. Ich fotografiere sie mit dem Smartphone einfach vom Bildschirm ab. Google Lens liefert in einer Sekunde die Lösung: Es handelt sich um die ‚gemeine Wegwarte‘. Auch bekannt als Zichorie, einer wichtigen Zutat in meinem Getreidekaffee. Oder als Chicorée. Donnerwetter! Ich wusste nicht mal, dass das alles die gleiche Pflanze ist! Jetzt finde ich die Bilder noch toller!

2 Gedanken zu „Auf der Pirsch“

  1. Danke für die Aufklärung rund um Chicoree, Wegwarte und Zichorienkaffee. Das war mir auch überhaupt nicht klar, dass das alles die selbe Pflanze ist. Und dann habe ich gerade noch gelesen, dass der Endiviensalat auch noch dazugehört. Das ist auch eine Unterart davon. Dann wundert es mich auch nicht mehr, warum Chicoree auf Französich endive heißt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.