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Kinzig2

Mutter Natur

  • Natur

„Von elf bis drei hat der Fotograf frei!“ So heißt es üblicherweise. Weil mittags die Sonne hoch steht und die Schatten sehr hart sind. Das sieht auf den Bildern nicht schön aus. Aber wie es mit Regeln halt so ist, fahre ich trotzdem raus. An einem Weizenfeld bleibe ich stehen. Wirklich hübsch mit der Mohnblume!

Über mir kreist ein Rotmilan, ein Stück weiter sitzt ein Turmfalke an und wartet. Er lässt sich von mir nicht beeindrucken.

An der Kinzig angekommen, fallen mir einige Prachtlibellen auf, die sich gegenseitig übers Wasser scheuchen. Den Namen tragen sie zu Recht, das Blau ist unbeschreiblich! Leider erwische ich sie nicht im Flug.

Im Wasser lassen es derweil etliche Rotaugen wesentlich ruhiger angehen (wenn ich richtig recherchiert hab). Gemütlich stehen sie fast im Wasser. Ich wundere mich, weshalb diese Prachtexemplare niemand angelt. Offenbar haben sie aber so feine Gräten, dass man die kaum raus bekommt. Auch eine Verteidigungsstrategie.

Ich fahre ein Stück weiter, dann sehe ich etwas Seltsames. Vom Kinzigdamm führt eine Rampe runter, und mitten drauf steht offenbar ein Vogelschild. Soll das ein Brutgebiet schützen? Als ich näher komme, sehe ich, dass es kein Schild ist, sondern ein echter Fischreiher. Der sieht so merkwürdig aus! Seine ungewöhnliche Haltung, seine absolute Starre, und vor allem, dass er nicht flüchtet. Ich bin schon viel zu nah!

Vorsichtig halte ich an und nehme die Kamera. Ein Foto, ein zweites, dann realisiere ich eine blitzschnelle Bewegung. Als ich reflexartig abdrücke, hat der Reiher schon etwas im Schnabel. Ich halte drauf, und bevor ich etwas Genaueres erkennen kann, ist die Beute verschluckt.
„Mahlzeit!“

Erst zuhause sehe ich die Details dieses Dramas, und es wird mir doch ein bisschen anders. Aber Mutter Natur ist nicht pingelig…

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