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Balkon20

Balkonsafari – mehr als eine Notlösung

Wenn ich mal wieder nicht raus kann, bleibt immerhin der Balkon. Das geht fast immer, bei fast jedem Wetter, und nebenbei dürfte das auch die mit Abstand luxuriöseste Art der Fotografie sein.

In den Platanen an der Straße hat sich in den letzten Jahren eine veritable Saatkrähen-Kolonie angesiedelt. Im Hinterhof vor meinem Balkon waren die Krähen dagegen selten aufgetaucht. Offenbar steigt langsam die Wohnungsnot drüben. Jedenfalls beobachte ich einige Tage lang, wie zwei Krähen immer wieder in der Birke landen und sie offensichtlich als ihr Territorium verteidigen. Sehr zum Missfallen der Elstern, die in der Fichte nebenan brüten. Und so beschließt das Paar offenbar, bei so anstrengenden Nachbarn doch lieber weiter zu ziehen.

Das Elstern-Paar nimmt den Eltern-Job wirklich sehr ernst und ist ständig auf der Hut. Die Tauben dagegen bewegen sich noch in der Balzphase. Auch das sieht anstrengend aus…

Inzwischen sind die Mauersegler alle zurück und jagen zusammen mit den Alpenseglern um die Häuser. Ich war sehr gespannt, wie die neue Kamera sich da schlägt. Die kleinen Freunde waren immerhin mit ein Hauptgrund für die Anschaffung. Leicht ist es immer noch nicht, die Vögel überhaupt in den Sucher zu bekommen und zu halten, wenn sie näher als 15 Meter sein sollen. Oft ist es ein Hochreißen der Kamera, Mitschwenken, Abdrücken und das Beste Hoffen. Mehr Reflex als gezieltes Tun.

Als ich die Bilder hochgeladen hab, bin ich echt platt! Fast alle sind gestochen scharf! Wenn ein Vogel irgendwo im Sucher ist, erwischt ihn der Autofokus auch. Wahnsinn!!!

Ich hab mal nachgerechnet: Weil die so schnell fliegen, fotografiere ich mit 1/3000 Sekunde. Um trotzdem genug Licht zu bekommen, mit Offenblende f/5,6 bei 200-400mm Brennweite. Wenn der Vogel etwa 10m entfernt ist, ist da nur ein Bereich von ca. 20cm scharf. Das bedeutet, wenn der Autofokus oder die Linse nur 1% daneben lägen, wäre der Vogel total verschwommen und das Bild unbrauchbar. Meine Vorgänger-Kamera hatte etwa 70% Ausschuss und war nur etwa ein Drittel so schnell.

Was für eine technische Entwicklung! Da hätte vor grade mal fünf Jahren noch jeder Profi-Tierfotograf auf dem Planeten mit 50.000€-Fotoausrüstung vor Glück geweint!

2 Gedanken zu „Balkonsafari – mehr als eine Notlösung“

  1. Mal wieder richtig schöne Fotos. Die Mauersegler sehen so aus als hätten sie gar keine Beine, weil sie sie eh fast nie brauchen 😉

    Liebe Grüße

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