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Halo1

Halo

  • Natur

Ein ganz normaler Abend. Zeit fürs Bett, ich gehe noch mal kurz auf den Balkon, um etwas Nachtluft zu schnuppern. Ich schaue nach oben. Was ist das??? Ein seltsamer Lichtring umgibt den Mond. Schon vorhin war der Himmel diffus verschleiert, es soll ein Tiefdruckgebeit einziehen. Aber dieser Ring?

Ich fotografiere das Schauspiel. Das ist gar nicht so einfach: Für aus der Hand ist es zu dunkel, die Belichtungszeit zu lang. Der Balkon über mir ist im Weg. Ich versuche, das Stativ schräg ans Balkongeländer zu lehnen. Aber die Kamera ist viel schwerer als die Stativbeine. Wenn ich nicht aufpasse, geht sie über Bord.

Runter in den Hof gehen? Aber auch dort wären Balkone und Garage im Weg. Der Lichtkreis ist riesig! Ich brauche das Ultraweitwinkel-Objektiv bei 16mm, um ihn ganz aufs Bild zu bekommen. Aus der Stadt raus fahren mag ich jetzt nicht mehr, außerdem würden das meine Beine heute eh nicht mehr schaffen. Ich muss mich also mit einem Kompromiss begnügen. Et voilà!

Jetzt interessiert es mich aber doch, was es mit der Erscheinung auf sich hat. Ich google nach ‚Mond‘ und ‚Ring‘ und bekomme jede Menge Seiten für Modeschmuck. Äh, nö. Aber dazwischen ist auch ein ganz ähnliches Foto mit dem Wort ‚Halo‘. Und genau das ist der Treffer! Ich lerne:

Der Himmel ist weitgehend klar, aber in sehr großen Höhen schweben Cirruswolken. Die bestehen aus winzigen Eiskristallen, die das Mondlicht wegen ihrer sechseckigen Struktur hauptsächlich im 22°-Winkel brechen. Deshalb erscheint ein Halo immer gleich groß. Faustregel: Wenn man die Hand ausstreckt und die Finger weit abspreizt, dann ist der Abstand Mond – Ring etwa so groß wie der zwischen den Spitzen von Daumen und kleinem Finger. Ich habs getestet, es stimmt! 🙂

Dass der Mond auf dem Foto nicht genau in der Mitte des Ringes ist, liegt übrigens nur an der Verzerrung des Objektivs.

2 Gedanken zu „Halo“

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