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Futterstelle24

An der Futterstelle, Teil 2

Seit einiger Zeit höre ich Spechte im Wald. Dann taucht ein Buntspecht auf. Echt schöne Tiere! Erst hackt er etwas an einem Baum rum. Vermutlich morst er den prima Ausgeh-Tipp an die Artgenossen. Dann stürzt er sich auf die Knödel. Dass er dabei einen Star vom Buffet vertreibt – geschenkt…

Im Geäst sehe ich einen Vogel, den ich nicht erkenne. Auch die Kamera kann zwischen all den Zweigen nicht scharf stellen. Doch dann macht er mir den Gefallen und landet direkt vor mir auf dem Boden unter der Futterbox. Ein Kernbeißer! Den kenne ich von früher aus Tierbüchern. Das ist zwar die größte Finkenart, die wir hier haben, trotzdem etwas kleiner als eine Amsel. Um so eindrücklicher finde ich seine Ausstrahlung! Dieser Quadratschädel, der grimmige Blick und der wuchtige Schnabel! Ein echter Charakterdarsteller.

Zuhause recherchiere ich noch ein bisschen. Der Vogel heißt so, weil er tatsächlich Kirsch- und Zwetschgenkerne zerbeißt. Er kann mit dem Schnabel bis zu 700 N Druck aufbauen! Das ist ungefähr die gleiche Kraft, wie wenn ich mich mit meinem ganzen Körpergewicht auf das Küchenmesser lehne, um einen Hokkaido-Kürbis zu zerteilen. Wahnsinn! Da möchte man nicht den Finger dazwischen haben!

Nach und nach gesellen sich immer mehr Vögel dazu. Das wirkt ein bisschen surreal. Wie ein Krippenspiel, wo Schafe, Ochs, Esel, Menschen und Engel um die Krippe stehen / fliegen. Hier ist es allerdings eine normale Futterkrippe ohne spirituellen Sonderwert.

Einen Bergfink hab ich bisher noch nie gesehen. Tatsächlich lebt er auch nur im Winter hier, dann zieht er wieder zurück in seine nördliche Heimat. Im Grunde macht er Revier-Sharing mit den Zugvögeln, die noch weiter südlich überwintern. Hoffentlich klappt das mit der Schlüsselübergabe…

3 Gedanken zu „An der Futterstelle, Teil 2“

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