Pixel6

Spooky…

Mein altes Fairphone ist in letzter Zeit mechanisch und digital förmlich auseinander gefallen. Deshalb hab ich seit einer Woche ein neues Smartphone, ein Pixel 4a. Es ist einigermaßen bezahlbar, soll lange mit Updates versorgt werden, robust sein und eine gute Kamera drin haben. Passt doch!

Dann hab ich angefangen zu fotografieren. Und es wurde zunehmend gruselig. Ich hatte ja davon gelesen, dass die Dinger heutzutage gut geworden sind. Aber so gut??? Wer schon länger so ein tolles Smartphone hat, möge mir das verzeihen, aber ich bin aus dem Häuschen!

Beim Knipsen macht das Ding fast alles automatisch. Einfach drauf halten und abdrücken. Bei einer richtigen Kamera muss man sich vorher Gedanken machen. Ab hier wird es jetzt etwas technisch, aber diese Seite ist ja auch ein Fotoblog.

Der Autofokus ist schnell und sitzt. Wenn man die Kamera bewegt, verfolgt sie je nach Einstellung den fokussierten Punkt weiter! Sie klebt einfach dran. Sozusagen automatische Back-Button-Fotografie. Cool! Verwackeln geht nicht mal mit Absicht, die Kamera ist intern stabilisiert.

Das Smartphone hat nur eine Kamera mit fix 27mm Brennweite (Kleinbild-Äquivalent). Aber bis dreifach kann man gut digital rein zoomen, ohne dass komische Artefakte auftreten. Das ist dann de facto ein 27-80mm-Zoomobjektiv. Und für mehr Weitwinkel macht man einfach ein automatisches Panorama. So lange man nicht richtig in den Telebereich muss, reichen die Möglichkeiten also locker.

Die natürliche Hintergrundunschärfe sieht bei Makroaufnahmen erstaunlich schön aus:

Ansonsten kann man im Portrait-Modus hinterher stufenlos einstellen, wie unscharf der Hintergrund bitteschön sein soll. Der Algorithmus rechnet z.B. bei einem Selfie um jedes einzelne Haar herum! OK, auf meinem Kopf ist diese Aufgabe noch überschaubar. Es passt auch nicht 100% immer, aber wirklich erstaunlich oft.

Im Nachtmodus kann man aus der Hand heraus einen dunklen Raum oder den Sternenhimmel fotografieren! Ein paar Sekunden einigermaßen ruhig halten, und es passt. Wenn man das Handy auf ein Stativ stellt, macht es automatisch vier Minuten lang Fotos und rechnet die dann zu einem zusammen. Die Sterne haben sich in der Zeit deutlich weiter bewegt, trotzdem sind sie auf der Aufnahme scharf!

Die Farben sehen meistens sehr realistisch aus, und bei zu hohen Helligkeitsunterschieden rechnet der Algorithmus den Dynamikbereich ziemlich gut runter. Und ja, das Ausmaß kann man auch nachträglich einstellen.

Ich hab für mich selbst einige Vergleichsfotos gemacht. Das Pixel 4a gegen die EOS R (mit Objektiv gebraucht immer noch sieben mal so teuer). Das Ergebnis: Auf einem Smartphone-Display betrachtet sehen die Pixel-Bilder oft sogar besser aus. Erst wenn man die Bilder am 24“-Bildschirm anschaut, erkennt man dann doch die Grenzen von Physik und Algorithmus, da gewinnt immer noch klar die große Kamera. Und natürlich ist man mit der Bildkomposition und -gestaltung durch den Sucher einer richtigen Kamera deutlich flexibler.

Trotzdem echt spooky!

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