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Auf Eisvogeljagd – Part II

Was war ich aus dem Häuschen gewesen, als zum ersten mal einen Eisvogel an der Kinzig sah! Als ich ihn dann vor der Linse hatte, war ich so aufgeregt, dass der Bildstabilisator gut was zu tun hatte.

Inzwischen war ich oft draußen. Und wenn man eine halbe Stunde Zeit mitbringt, hört und sieht man sie eigentlich fast immer. Trotzdem kämpfe ich. Ich komme einfach nicht näher ran! Alle meine Fotos hab ich mit 400mm fotografiert, dazu der APS-C-Sensor, dazu noch bei der Nachbearbeitung kräftig ausgeschnitten. Zusammen gibt das eine rechnerische Brennweite von knapp zwei Metern! Linsen in der Größenordnung nennt man üblicherweise Teleskop. Und trotzdem sind die Vögel oft noch zu klein!

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Wenn ich versuche, näher ran zu gehen, fliegen sie einfach weg. Und wo sie landen werden, weiß ich auch nie vorher. Sie haben ein Terrain entlang von Kinzig und Mühlbach von mindestens einem Kilometer Länge.

Wie machen das die Profis? Wie zum Henker kommen die näher ran? Sind die Vögel ausgestopft? Was macht man in so einer Lage? Man fragt Dr. Google. Und tatsächlich: es gibt youtube-Filmchen, wo gestandene Birdwatcher zeigen, wie sie’s machen:

  1. Man muss sich tarnen. Entweder in Tarnkleidung im Gebüsch ausharren, oder sich ein Kabuff mit Tarnnetz bauen, in dem man warten kann.
  2. Man muss dafür sorgen, dass die Vögel zu einem kommen. Sie fliegen das Gewässer entlang und landen da, wo sie einen guten Jagdsitz vermuten. Etwa einen Meter über dem Wasser, Sonne im Rücken, das Wasser nicht zu tief und schnell, am besten schützende Bäume oben drüber.
    Wenn man so eine Stelle findet, kann man ihnen selbst eine Sitzgelegenheit schaffen. Zum Beispiel einen verzweigten Ast in den Boden drücken. Dem können sie wohl kaum widerstehen. Dann geht man ins Versteck, richtet die Kamera aus, fokussiert schon mal vor und wartet.
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Problem 1: Mein ‚Bächlein‘ ist die Kinzig mit starker Strömung und befestigtem Flussbett. Da bräuchte ich schon einen Bagger, um was zu montieren.

Problem 2: Die Kinzig ist an der Stelle nicht grade abgelegen. Wahrscheinlich werde ich als potenzieller Terrorist verhaftet, wenn ich mich da im Tarnoutfit hin setze. Oder – noch schlimmer – ich werde selbst zur Attraktion und lande bei youtube.

Ich werde also wohl doch weiterhin auf gut Glück ans Werk gehen. Und vielleicht finde ich ja auch noch übersichtlichere Gewässer, wo es Eisvögel gibt. Die Jagd geht also weiter…

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