Ich hab unruhig geschlafen, fühle mich schlapp. Die Garmin-Uhr zeigt 45% an. Nicht mies, aber auch nichts mit einer größeren Runde. Aber das Wetter ist großartig, ich muss einfach raus! Mit dem NIU gemütlich nach Rammersweier, das sollte drin sein.
Bevor ich aufbreche, lade ich erst mal das Smartphone auf. Ich brauche es ja selten unterwegs, aber da ich meistens alleine unterwegs bin, ist es doch beruhigend.
Als ich den Roller einschalte: 43% Akkustand. Ich hab den schon länger nicht mehr aufgeladen. Bis Rammersweier reichts aber auf jeden Fall.
Als ich los fahre, ärgert mich mal wieder der Wackelkontakt am Gasgriff: Ich rolle die Moltkestraße hoch und das Ding beschleunigt und bremst immer wieder von selbst. Das kenne ich ja. Neu ist, dass der Bremshebel für die Hinterradbremse plötzlich kaum noch Spiel hat. Sind die Bremsbeläge runter?
Hinten ist es eher egal, Zweiräder bremsen ja hauptsächlich vorne. Außerdem rekuperiert der Roller am Hinterrad, das verzögert auch. Aber wie viel Belag ist vorne noch drauf? Hmm. Bremsbeläge sind nicht teuer, aber will ich überhaupt noch Geld und Arbeit in den Roller stecken? Egal jetzt, das entscheide ich nicht heute.
Kurz drauf komme ich am Talebuckel an. Man sieht noch nicht viel vom Frühling, aber man fühlt ihn, man hört ihn überall:
Am Vogelhäuschen ist richtig was los! Kohlmeisen, Kleiber, sogar ein Buntspecht versorgen sich mit Sonneblumenkernen.
Ich packe die große Kamera aus, um das Treiben zu fotografieren. Ich schalte sie ein – nichts. Akku leer.
Ich lege den Ersatzakku ein. Nur noch ein Balken.
Also den Ersatzakku der anderen Kamera. Der ist voll, aber weil er so alt ist, kann die Kamera nur etwa ein Bild pro Sekunde schießen.
Ich probiere es noch mit dem Hauptakku der anderen Kamera, gleiches Ergebnis.
Vier Akkus und keiner tut richtig, das gibts doch nicht! Das ist echt nicht mein Tag heute. Dann fällt mir ein Trick ein: Mit dem elektronischen Verschluss braucht die Kamera weniger Strom. Und tatsächlich, damit klappt es.
Ich sitze eine ganze Weile da, fotografiere die Meisen beim An- und Abflug. Und werde doch langsam entspannter.
Dann schaue ich noch bei den Koniks vorbei. Die werden ja irgendwann wieder in höhere Lagen umziehen. Auch ihnen scheint die Sonne gut zu tun. Gemütlich trotten sie über die Wiese und frühstücken ausgiebig.
Auf dem Heimweg bockt der Roller weiterhin, aber ich komme heil zuhause an. Insgesamt war es doch noch ein schöner kleiner Ausflug.
Jetzt werden erst mal die ganzen Akkus aufgeladen. Nur für meinen eigenen, inneren gibts leider kein Ladegerät. Der Rest des Tages wird deshalb seeehr ruhig werden…
















